| Laktatmessung |
|
Was ist Laktat? Laktat ist das Salz der Milchsäure, die bei anaerobem Abbau von Muskelglykogen, also bei Energiegewinnung ohne Sauerstoff, übermäßig entsteht. Anaerobe Energiegewinnung findet bei starker muskulärer Belastung statt, bei der die Sauerstoffversorgung nicht ausreicht, um die energieliefernden Phosphate direkt wieder zu resynthetisieren.
Was bewirkt Laktat? Ein Anhäufung von Laktat im Muskel macht diesen "sauer" (metabolische Azidose), was Schmerzen verursacht und wodurch seine Leistungsfähigkeit abnimmt. Nachteilige Folgen von Milchsäure:
Regelmäßig wiederkehrende hohe Laktatspiegel können einen stark negativen Effekt auf die energieliefernden Syteme haben. Laktat hat übrigens nichts mit dem "Muskelkater" zu tun, wie manche immer noch meinen.
Welche Laktatwerte treten im Muskel auf? Die Laktatkonzentration im Muskel führt zu einer entsprechenden Konzentration im Blut, die messbar ist. Im Ruhezustand und bei leichter aerober sportlicher Betätigung entsteht im Muskel Laktat, welches jedoch direkt wieder abbgebaut werden kann. Dieser Laktatruhewert kann zwischen 1,0 mmol/l und 1,8 mmol/l betragen. Bei höherer Muskelarbeit häuft sich das Laktat im Muskel an und die Konzentration im Blut steigt. Diese Phase wird als aerob-anaerober Übergang oder aerobe Schwelle (2 mmol/l) bezeichnet. Wird die höhere Belastung dann wieder konstant gehalten, findet sich erneut ein Gleichgewicht zwischen Laktatproduktion und -abbau, so dass auch der höhere Laktatwert konstant bleibt. Dies funktioniert bis zur anaeroben Schwelle von 4 mmol/l Laktat (vgl. Mader), die jedoch individuell unterschiedlich sein kann. Danach erfolgt die Laktatbildung trotz konstant gehaltener Dauerbelastung schneller als der Abbau. In Grenzbereichen kann die Laktatkonzentration bis auf ca. 25 mmol/l ansteigen.
Wie schnell wird Laktat wieder abgebaut? Bei einer leichten Nachbelastung der Muskeln ("aktive" Widerherstellung, auch "Cool-Down-Aktivität" genannt) beträgt die Abbaurate des Laktats im Muskel bis zu 0,5 mmol/l pro Minute. Wenn die Muskeln nach der Laktatbildung inaktiv bleiben ("passive Ruhephase"), wird das Laktat wesentlich langsamer abgebaut.
Welche Vorteile ergeben sich aus der Kenntnis des Laktatwerts? Der Laktatwert gibt zum einen Auskunft über die aktuelle Leistungsfähigkeit des Sportlers und zum anderen ermöglicht seine Kenntnis eine gezielte Trainingssteuerung beim Ausdauertraining.
Wie führt man einen Laktattest durch? In der Regel wird ein so genannter Stufentest im Stadion, auf dem Laufband oder einem Ergometer durchgeführt. Hierbei wird die Belastung alle 3-5min gesteigert. Nach jeder Stufe wird etwas Blut abgenommen und später die Laktatkonzentration bestimmt. Auf dem Laufband kann beispielsweise mit einer Geschwindigkeit von 3m/s begonnen werden. Nach 4min wird in einer kurzen Pause das Blut abgenommen, dann geht es mit einer gesteigerten Geschwindigkeit (z.B. 3,5m/s) weiter. Dementsprechend wird im Folgenden verfahren. Die erhalten Laktatwerte werden über die Geschwindigkeit in einem Diagramm aufgetragen. Die Kurve, die durch Verbinden der Punkte entsteht, ist besonders im Bereich zwischen 2 und 4 mmol/l Laktat auszuwerten. Je trainierter ein Proband ist, desto weiter rechts (im Beispiel also bei höherer Geschwindigkeit) wird die anaerobe Schwelle von 4 mmol/l (kann jedoch individuell verschieden sein) liegen. Vor Beginn des Stufentests sollte der Ruhelaktatwert ermittelt werden. Die Laktatbestimmung kann sportspezifisch durchgeführt werden. So bietet es Vorteile wenn ein Radsportler auf dem Ergometer oder gar auf dem Rad, ein Läufer laufend oder ein Schwimmer beim Schwimmen getestet wird, da die Messergebnisse so Hinweise für das jeweilige Training geben können. |



